Rohfütterung - BARF

 

 

Als ich mich auf die Suche nach einem Zweitaussie machte, stolperte ich bei diversen Australian Shepherd-Züchtern über Informationen zum Barfen. Das fand ich ziemlich doof und geradezu ärgerlich, gab es doch bis dato für mich keine Alternative zum Dosenfutter. Aber steter Tropfen höhlt den Stein und irgendwann habe ich dann doch angefangen, mich mit dem Thema zu beschäftigen.

 
 

 

Was ist BARF? Übersetzungen für diese Abkürzung gibt es diverse, mir gefällt 'Biologisch Artgerechtes Rohes Futter' eigentlich ganz gut.

 

Die Grundüberlegung ist, dass der Hund als Karnivor mit dem marktüblichen getreidelastigen, hitzebehandelten und mit Konservierungsstoffen gespickten Fertigfutter nicht artgerecht ernährt werden kann. Dabei muss man bedenken, dass Hundefutterhersteller nur die Zusatzstoffe auf den Verpackungen angeben müssen, die sie selbst zugesetzt haben. Enthalten die Grundsubstanzen, die sie einkaufen bereits Konservierungsstoffe, müssen diese nicht deklariert werden. Die Angabe "ohne Zusatzstoffe" heißt demnach nur, dass der Hersteller in seinem Produktionsschritt keine Zusatzstoffe hinzugefügt hat. Wer also auf ein Fertigfutter zurückgreift, sollte sich unbedingt über die tatsächliche Zusammensetzung informieren.

 
 
 

Die gängige Art einen Hund zu ernähren ist damit vergleichbar, dass ein Mensch sein Leben lang ausschließlich Fertiggerichte - ggf. einer einzigen Sorte - zu sich nimmt, die noch nicht einmal auf seine Grundbedürfnisse abgestimmt sind! Aus der Falschernährung resultieren diverse Erkrankungen - nicht zuletzt Arthrose, Allergien, Stoffwechselstörungen, Krebs, Zahnkrankheiten u. v. a. m.. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Überlegungen gar nicht so abwegig sind und begann mit Keiko die Umstellung auf die Rohfütterung, wovon er zunächst nicht sonderlich begeistert war.

 
   

Inzwischen kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen, meine Hunde mit Fertigfutter zu ernähren. Natürlich ist man am Anfang unsicher, trichtert einem doch die Futtermittelindustrie ein, dass nur durch ihre Produkte eine ausgewogene Ernährung möglich sei. Aber seien Sie doch einmal ehrlich, wie viele Vitamin- und Mineralstofftabellen ziehen Sie zu Rate, wenn Sie Ihr Essen zubereiten? Kennen Sie Ihre aktuellen Blutwerte und stimmen alle Werte - verglichen mit den zur Zeit gültigen Richtwerten - überein? Nun, so viel komplizierter ist der Hundeorganismus mit Sicherheit nicht.

 
 

Eine abwechslungsreiche, frische und artgerecht rohe Kost versorgt meine 4-Beiner mit allem, was sie brauchen. Ergänzt werden ab und zu ein paar Zusätze, die aber vermutlich eher dem Verkäufer etwas Gutes tun. Als Beispiel habe ich hier meinen Futterplan aufgeführt, wenn Sie sich einen Eindruck über diese Art der Fütterung verschaffen möchten. Zum Weiterlesen finden Sie auf der Linkliste entsprechende Angaben.

   

 

Futterplan für erwachsene Hunde

Keiko - Gewicht: < 20 kg

Kemah - Gewicht: ~ 30 kg

Morgens abwechselnd:
  Hühnerhälse / Hühnerflügel
  Fleisch

 
 > 200 gr. 
200 gr.  
 
> 300 gr. 
450 gr.  

Abends:
  Fleisch / Fisch
  Gemüse & Obst
oder
  1 x pro Woche Innereien
  Gemüse & Obst
oder
  Pansen 1 - 2 x pro Woche
oder
  Reis mit Karotte, Obst & Quark

 

200 gr. 
50 gr. 

210 gr. 
50 gr. 

1 Stück  

300 gr.  

 

450 gr. 
100 gr.  

350 gr. 
100 gr. 

1 gr. Stück 

600 gr.  

Futterergänzung:
  Grünlippmuschelextrakt
  oder GSM pur
  MSM
  Ester C (Vitamin C)
  Aloe Vera Gel

 

1 MSP 
1/2 TL 
1 MSP 
1 EL  

 

1 MSP 

1 MSP 
1 EL  

 

   

Als Leckerli verwende ich gekochtes Putenfleisch oder die unwiderstehlichen Bällchen aus Putenhackfleisch, die sich hervorragend zum Motivieren eignen, da man sie prima werfen kann!

Hier das Rezept zum Nachbasteln - alle Angaben brauchen nicht exakt eingehalten werden:
  • 1.000 gr. Putenhackfleisch
  • 250 gr. Quark
  • reichlich getrockneter Thymian
  • 1 großes Ei
  • ca. 100 gr. Amaranth
Alle Zutaten gut vermengen, Kügelchen formen und in Wasser (ggf. etwas gesalzen) kochen bzw. gut ziehen lassen. Die Bällchen lassen sich natürlich problemlos einfrieren. Die Zugabe von (glutenfreiem) Amaranth ist eine Erfindung von Uwe - dadurch läßt sich die Fleischmasse problemlos formen, ohne dass sie die Hände verklebt.
                         
Knabberartikel gibt es nur selten. Ab und an gebe ich getrocknete Fellstreifen zum "Durchputzen" (Sauerkraut ist für diesen Zweck auch sehr gut geeignet). Getrocknete Fleischstreifen oder ähnliches gibt es auch hin und wieder. Da ich mit Knochen sehr vorsichtig bin und fast ausschließlich Hühnerhälse und Hühnerflügel für die Kalziumversorgung füttere, erziele ich nicht den vollen Zahnreinigungseffekt. Dafür sind Rawhide-Knochen hervorragend geeignet, leider ist es schwierig, hierzulande eine Quelle für garantiert schadstofffreie Qualität (wie in den USA üblich) zu finden. Chemisch gegerbte Haut aus Asien, wie sie üblicherweise für die Produktion der bei uns erhältlichen Kauknochen verwendet wird, gebe ich meinen Hunden nicht, da sie stark toxisch belastet ist. Oftmals sind diese Knochen zusätzlich durch eine Glasurschicht versiegelt um ein Aufquellen zu verhindern.
 

 

 

Grundregeln fürs Barfen eines erwachsenen Hundes:

Rohes Schweinefleisch sollte nicht verfüttert werden (Aujetzki-Virus). Leber darf nur in Maßen gegeben werden, da sie sehr viel fettlösliches Vitamin A enthält, das nur langsam vom Körper abgebaut wird und bei Überdosierung schadet. Um Probleme zu vermeiden, verfüttern Sie am besten nur Tiefkühlfisch.

 
 

Der Kalziumbedarf eines erwachsenen Hundes liegt nach neueren Erkenntnissen bei 50 mg/kg Körpergewicht. Hühnerhälse enthalten ungefähr zwischen 950 und 1.500 mg/100 g. Informieren Sie sich, welche Knochen für Hunde geeignet sind und füttern Sie nur solche, die von jungen Tieren stammen und an denen noch ungefähr genauso viel Fleisch wie Knochenmasse dranhängt oder füttern Sie eine entprechende Menge Fleisch dazu. Bei Hühnerhälsen und Hühnerflügeln ist der Fleisch-/Knochenanteil ausgewogen, eine zusätzliche Fleichfütterung kann somit entfallen.

Wichtig: An die Knochenfütterung muss ein Hund langsam gewöhnt werden!

Achtung: Füttern Sie niemals hitze-behandelte Knochen, da diese splittern und dem Hund schwere innere Verletzungen zufügen können!

Verzichten Sie bei Allergien und Gelenks-erkrankungen auf Getreide. Wenn Sie Getreide füttern tun Sie dies immer unabhängig vom Fleisch.

 
 
 

Geeignete Futterergänzungen (gelegentlich): Honig, Blütenpollen, Kokosflocken, Nüsse, Samen, Ester C (säurefreies Vitamin C) oder gemahlene Hagebutten-schalen, Eigelb (Eiweiß nicht roh verfüttern!), kalt gepresste Pflanzenöle, Lebertran (Vitamin A + D - nicht überdosieren!), Lachsöl, Kräuter, Seealgenmehl, evtl. Naturjoghurt/Quark/Hüttenkäse, gelegentlich Sahne.

Rohes Gemüse & Obst muss püriert werden, damit der Hund die Nährstoffe verwerten kann. Ich füttere relativ viel davon, die Hälfte wäre prinzipiell auch ausreichend. Erlaubt ist grundsätzlich was schmeckt, wobei grünes Blattgemüse 50 % der Gesamtmenge ausmachen sollte. Manche Gemüsearten (z. B. Kartoffeln) müssen gekocht werden.

 
 

Obst sollte im Verhältnis deutlich weniger gefüttert werden als Gemüse, da es mehr Fruchtzucker enthält, außerdem sollte es sehr reif/überreif aber nicht angerottet sein. Was nicht verfüttert werden darf, darüber gibt es verschiedene Meinungen, da ich lieber etwas zu vorsichtig bin, gibt es bei mir folende Dinge nie: Auberginen, Avocados, Bohnen, Chillis, Hülsenfrüchte, Lauch, Pilze, Kohl jedwelcher Art, Tomaten, Zwiebeln, Rhababer und Trauben/ Rosinen. Gekochte Kartoffeln gebe ich nur sehr selten.

 
 
 

Planen Sie regelmäßig - oder zumindest ab und zu - einen Fastentag ein. Außer Kemah verträgt das leider keiner meiner Hunde. Keiko spuckt an Fastentagen häufig Flüssigkeit, was darauf hinweist, dass sein Magen empfindlich auf das fehlende Nahrungsangebot reagiert und Chilla ist z. Zt. eher zu dünn und frißt die durch den Fastentag bedingten größeren Futtermengen an den anderen Tagen nicht ganz auf.

   

 
     

 

Impfungen

Wer sich Gedanken über eine artgerechte Fütterung macht, schreckt auch vor der heiligen (goldenen!) Kuh vieler Tierärzte nicht zurück: dem Impfen. Auch in dieser Beziehung habe ich eine 180 Grad-Drehung hinter mir, habe ich doch früher nicht einen Impftermin um auch nur einen Tag überschritten (naja, so ähnlich zumindest).


Inzwischen bin ich - wie viele andere auch - der Meinung, dass wir durch die unnötig häufigen Impfungen mehr schaden, als nutzen. Für mich ist es zwar keine Frage, dass einige Impfungen notwendig und wichtig sind, dabei orientiere ich mich aber inzwischen lieber an wissenschaftlichen Erkenntnissen als an den Empfehlungen der Pharmaindustrie.


In Deutschland gibt es grundsätzlich keine Impfpflicht. Über alle Impfungen bzw. die Impfintervalle können Sie frei entscheiden. Einzig hinsichtlich der Tollwutimpfung gibt es eine Einschränkung: die deutsche Tollwutverordnung. Diese sieht nämlich die Tötung eines Haustieres vor, wenn Verdacht auf eine Tollwutinfektion (z. B. Beißvorfall oder Kontakt mit einem verdächtigen Wildtier) besteht und kein wirksamer Impfschutz besteht, der bis dato nur bei jährlicher Auffrischung unterstellt wurde. Ein großer Schritt in die richtige Richtung ist daher die Änderung der deutschen Tollwutverordnung, die am 20.12.2005 erfolgte: Neuerdings gelten die vom Hersteller angegebenen Mindestdauern des Impfschutzes! Durch die Änderung der Tollwutverordnung müssen Haustiere nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch alle drei bis vier Jahre gegen Tollwut nachgeimpft werden, wenn sie einen Mehrjahresimpfstoff erhalten haben.


Inzwischen haben auch schon einige Impfstoffhersteller reagiert und entsprechende Zulassungen beim Paul-Ehrlich-Institut erhalten (nachfolgende Angaben Stand 10/2007). Folgende Tollwutimpfstoffe verfügen laut Beipackzettel über ein längeres Impfintervall für Hunde (3 Jahre) und Katzen (4 Jahre):

  • Rabdomun von Essex
  • Enduracell T von Pfizer

Für Hunde und Katzen jeweils für 3 Jahre gelten die Impfungen mit

  • Nobivac T von Intervet
  • Rabisin von Merial

Für den Impfstoff Virbagen der Firma Virbac gilt folgendes allgemeines Tollwutimpfschema:
1. Impfung von Hunden und Katzen mit 12 Wochen, 2. Impfung ein Jahr später (Boosterimpfung), Wiederholungsimpfungen beim Hund alle 2 - 3 Jahre, bei Katzen alle 2 Jahre.


Da die Tollwutverordnung an EU-Recht angepaßt wurde, gilt die im Heimtierausweis angegebene Dauer des Impfschutzes auch bei Einreise in folgende Länder: Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern. Auch die Schweiz hat sich zwischenzeitlich dieser Regelung angeschlossen. (Für Irland, Malta, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich gelten zusätzliche Bestimmungen.)


Weisen Sie Ihren Tierarzt explizit auf die geänderte Tollwutverordnung hin und verlangen Sie einen Impfstoff mit längerer Gültigkeitsdauer, um das Risiko von Impfnebenwirkungen zu verringern! Bei den oben genannten Impfstoffen (ausgenommen Virbagen) sehen die Hersteller keine Grundimmunisierung vor, d. h. nach einmaliger Impfung Ihres Welpen kann Ihr Tierarzt die 3-Jahres-Gültigkeit bescheinigen! Allerdings sollten Sie bei Reisen in die Länder, die einen Titernachweis vorsehen, beachten, dass der volle Tollwuttiter oftmals erst nach der 2. Impfung Ihres Hundes erreicht wird.

Studien aus den USA, die sich - entgegen der weniger aussagefähigen Titermessung - auf Testinfektionen stützen, haben gezeigt, dass erfolgreiche Impfungen so lange schützen:

  • Staupe (S)/Hepatitis (H)/Parvovirose (P): mindestens 7 Jahre
  • Tollwut (T): mindestens 7 Jahre
  • Parainfluenza (Pi): mindestens 3 Jahre
  • Leptospirose (L): 4 - 12 Monate (wenn überhaupt)
  • Zwingerhusten (Bb): 1 Jahr (wenn überhaupt)
  • Borreliose: maximal 1 Jahr (wenn überhaupt)

Höchst interessant finde ich auch, dass bei Lebendimpfstoffen (u. a. S/H/P) eine einmalige Impfung völlig ausreichend ist, um den vollen Impfschutz aufzubauen - vorausgesetzt, der Junghund wird nicht zu früh geimpft. Der optimale Impfzeitpunkt von Welpen lässt sich anhand der Titermethode (Antikörper im Blut) bestimmen. Informieren Sie sich bei Intersse darüber, vielleicht können Sie Ihrem Hund damit unnötige Risiken ersparen.


Der Impfstoff Nobivac S/H/P von der Firma Intervet ist inzwischen für 3 Jahre zugelassen. Laut Beipackzettel ist eine Impfung in einem Alter ab 12 Wochen ausreichend, um die 3-Jahres-Wirksamkeit bescheinigt zu bekommen! (Ggf. empfiehlt sich hier aber eine Kontrolle mittels Titerbestimmung.) Auch der Impfstoff Quantum von dem Hersteller Essex ist für S/H/P auf 3 Jahre zugelassen. Dieser Impfstoff soll zudem besonders wirksam gegen Parvo sein und schneller einen Impfschutz aufbauen, als andere Präparate. Allerdings ist dieser Impfstoff nur in der Kombination mit weiteren Komponenten verfügbar.


Anmerkung: Während die Titermethode (Staupe + Parvovirose) beim Welpen eine sinnvolle Möglichkeit darstellt, den optimalen Impfzeitpunkt zu ermitteln, ist die Titermessung beim erwachsenen Hund wenig aussagefähig, da ein Impfschutz auch unabhängig von der Titerhöhe gewährleistet sein kann.


Impfungen sind nämlich nicht risikofrei - weder beim Welpen/Junghund, noch beim erwachsenen Hund. Informieren Sie sich darüber, welche Impfungen für Ihren Hund wirklich notwendig sind und wägen Sie Nutzen und Risiko ab - was ich damit meine, können Sie u. a. hier nachlesen:

 

F: Welche schädlichen Folgen können Tollwutimpfungen haben?


A: Tollwutimpfstoffe für Haustiere enthalten abgetötete Tollwutviren, ein die Immunreaktion verstärkendes Adjuvans (in der Regel Aluminiumhydroxid), Thiomersal als Konservierungsmittel gegen mikrobielle Verunreinigung und Spuren von Protein und Antibiotika. Aluminiumhydroxid und Thiomersal sind neurotoxische Chemikalien und können insbesondere bei jungen Katzen und Hunden das Hirn schädigen. Tollwutimpfstoffe sind nach heutigem Kenntnisstand die Hauptverursacher des Impfsarkoms bei der Katze, eines Tumors an der Impfstelle, der in den meisten Fällen tödlich ist. (Hunde können ebenfalls Impfsarkome entwickeln, sie sind bei ihnen aber sehr selten.) Andere unerwünschte Folgen von Tollwutimpfungen bei Katzen sind anaphylaktische Reaktionen, besonders Durchfall und Erbrechen (auch blutig), oder der anaphylaktische Schock. Außerdem werden neurologische Schäden beobachtet, die sich zum Beispiel als verändertes Verhalten und Desorientierung sowie als epilepsieartige Anfälle äußern können. Anaphylaktische Reaktionen beim Hund treten vor allem als Gesichtsödeme und Urtikaria (Nesselsucht) auf, doch auch Durchfall und Erbrechen kommen vor, desgleichen der anaphylaktische Schock und neurologische Schäden wie bei der Katze. Manche Hunde werden an der Impfstelle kahl. Auch immunbedingte Entzündungen der Blutgefäßwände (Vaskulitis) sowie Nekrosen und andere Schäden an der Haut und Verfärbungen des Haarkleides werden beobachtet, und zwar erst drei bis sechs Monate nach der Injektion, so dass diese Gefäß- oder Hautschäden kaum mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Als weitere Nebenwirkungen nennt die Forschungsliteratur Polyarthritis (Gelenksentzündungen) und autoimmunhämolytische Anämie, eine schwere, oft tödliche Autoimmunerkrankung des Blutes (Meyer 2001, Dodds 1999). An Laborhunden und Hunden aus privater Haltung wurde gezeigt, daß Tollwutimpfungen die Bildung von Autoantikörpern gegen Thyreoglobulin nach sich ziehen, ein Schilddrüsenprotein, aus dem sich verschiedene Hormone bilden. Hunde der ungeimpften Kontrollgruppe und Hunde, die Mehrfachimpfungen ohne Tollwut-Bestandteil erhielten, wiesen diese Autoantikörper nicht auf. Es wird diskutiert, ob dies die Ursache für die stark steigende Häufigkeit der Hypothyreose beim Hund ist.
(Quelle: www.haustierimpfung.de)

 

Noch etwas zu den besonders umstrittenen Impfungen gegen Borreliose und Leptospirose: Der Borreliose-Impfstoff wurde in und für die USA entwickelt und schützt nur gegen einen geringen Teil der hierzulande auftretenden Borrelien-Arten. Der Impfstoff gilt als außerdordentlich nebenwirkungsträchtig. Bei dem Leptospiroseimpfstoff ist es ähnlich, er schützt nur gegen einen kleinen Teil der bei uns vorkommenden Leptospiren und ist - vor allem für Welpen - sehr schlecht verträglich. Zudem muss man bedenken, dass es sich sowohl bei Borrelien als auch Leptospiren um Bakterien handelt, die mit Antibiotika behandelt werden können.

In den aktuellen Impfempfehlungen des BPT (Bundesverband praktizierender Tierärzte e. V.), die die Leptospiroseimpfung als Core-Komponente (empfohlene Impfung) aufführen, ist folgendes zu lesen: "Leptospirose: Järliche Wiederholungsimpfungen (in Endemiegebieten häufiger) sind zu empfehlen. Heute werden Erkrankungen vor allem durch die Serovare L. grippotyphosa, bratislava, pomona, saxkoebing, sejroe und seltener L. australis ausgelöst, gegen die der Impfstoff in der Regel nicht schützt, da diese Serovare nicht Bestandteile der in Deutschland zugelassenen Vakzinen sind. Bei einigen zugelassenen Impfstoffen beruht der Impfschutz ausschließlich auf einer Reduktion klinischer Symptome nach Infektion mit den Serovaren L. canicola und L. icterohaemorrhagiae, nicht in einem Schutz vor der Krankheit oder Infektion. Es kann zur Ausscheidung von Leptospiren-Feldstämmen über den Urin geimpfter Hunde kommen." So ist der Rat, Hunde von Frühsommer bis Frühherbst nicht aus stehenden Gewässern trinken bzw. sie darin baden zu lassen, vermutlich die bessere Prävention, als eine Impfung!?