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'Kemah' ist der Name einer kleinen
Stadt in Süd-Texas, an der Galveston Bay, die ich auf einer
Reise besucht habe und deren Name mir so gut gefallen hat - das
Städtchen ist übrigens auch sehr nett. Der Name ist
indianisch und bedeutet '"Wind in the Face" (Wind im Gesicht).
Kemah ist ein mitunter aufgedrehter Rüde,
der gerne gestreichelt wird, aber den Kontakt abbricht, sobald er
"genug" hat. Er begegnet Fremden tendentiell freundlich, zeigt aber
auch manchmal die aussietypische Zurückhaltung und ist auf
dem Grundstück bzw. im Haus wachsam mit einem guten Wehr- und
Schutztrieb. Er bellt nur selten und nie grundlos, außerdem ist er ziemlich geräuschunempfindlich.
Gegenüber anderen Hunden (vor allem
Rüden) verhält sich Kemah ziemlich machomäßig und
unfreundlich. Ich hatte dieses Verhalten - inklusive
Fixierens - schon in den meisten Fällen gut im Griff, aber leider
hat
Kemah aufgrund des dummen, rücksichtlosen und ignoranten
Verhaltens mancher Hundeführer so viele schlechte Erfahrungen
gesammelt, dass
meine gesamte Erziehungsarbeit zunichte gemacht wurde. Erschwerend
kommt hinzu, dass er die zunehmende Zahl der Mädels im Rudel
eifersüchtig
beschützt. Innerhalb des Rudels läßt er sich allerdings (fast) alles gefallen. Auch den
Rüden aus dem A-Wurf gegenüber, hat er sich völlig
normal verhalten und diese akzeptiert.
Als ich die Welpengruppe in unserem Verein leitete, kam Kemah ab und zu
zum Einsatz und unterstützte mich bei den kleinen Welpen (9 -
16 Wochen) bei denen er bei Bedarf auch Streitigkeiten schlichtete.
Für
seine körperliche und geistige Entwicklung hat Kemah extrem lange
gebraucht, er ist ein typischer Spätentwickler und
Ein-Mann-Hund. Er wird mit dem Alter zunehmend aufgedrehter und
lässt sich schnell hochpushen (was auch in stressigen
bzw. ungewohnten Situationen vorkommt), wobei er immer länger
braucht, um sich wieder zu beruhigen.
Im Haus verhält er sich fast völlig
unauffällig, sofern er einigermaßen ausgelastet ist.
Kemahs
Konzentrationsfähigkeit hat sich in dem Maße, in dem
er erwachsen geworden ist, verbessert. Die ersten Jahre hat er sich von
jeder Kleinigkeit komplett aus dem Konzept bringen lassen. Inzwischen
arbeitet er mit sehr viel Elan - hat aber sehr oft Probleme, die
gestellten Aufgaben - auch nach endlosen Wiederholungen - zu
lösen.
In der Obedience-Klasse 2 hat er sich
auf Prüfungen mitunter ganz hervorragend gezeigt mit einer enormen
Arbeitsmotivation und mein besonderer Stolz war seine
energiegeladene, präzise Fußarbeit. Leider ist diese
Situation "gekippt", Kemah hat angefangen, fast alle Übungen mit
Fiepen und Jammern zu kommentieren, was in der Klasse 3 zu rigorosem
Punktabzug führt. Außerdem zeigte er sich in den letzten
Prüfungen extrem
überdreht und hibbelig.
Kemah wurde 2009 direkt vor dem Start in
die Einzelübungen von einem Weißen Schäferhund
attackiert und ziemlich zerbissen. Das hat dazu geführt, dass
er anderen Hundengegenüber noch unberechenbarer geworden ist.
Daraufhin habe ich beschlossen, Uwe seine weitere Ausbildung zu
überlassen, zumal ich 2010 mit dem A-Wurf so beschäftigt war,
dass ich kaum zum Trainieren gekommen bin.
Wie es sportlich weiter gehen wird,
läßt sich momentan noch nicht vorhersagen, aber ich hoffe,
dass wir Kemahs Verhalten mittelfristig wieder in den Griff bekommen!
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